Im Nervenzentrum der Literatur

Sprache im technischen Zeitalter, begründet von Walter Höllerer und herausgegeben von Norbert Miller und Joachim Sartorius, hat sich in dem halben Jahrhundert seit ihrer Gründung 1961 zu einer der bedeutendsten deutschen Literaturzeitschriften entwickelt. Viermal jährlich vermittelt sie mit herausragenden Originaltexten, erläuternden Beiträgen und anspruchsvollen Fotografien einen Überblick über das literarische und kulturelle Geschehen unserer Gegenwart. Autoren wie Marcel Beyer, György Dalos, Elke Erb, Judith Hermann, Reinhard Jirgl, Dzevad Karahasan, Uwe Kolbe, Ursula Krechel, Jean Krier, Katja Lange-Müller, Thomas Lehr, Sibylle Lewitscharoff, Terézia Mora, Norbert Niemann, Ulrich Peltzer, Kathrin Röggla, Ingo Schulze, Volker Sielaff, Burkhard Spinnen, Hans-Ulrich Treichel und Nenad Velickovic, Jan Wagner und Hubert Winkels sind regelmäßig in der Zeitschrift vertreten.

Unter Freunden nennt man unsere Zeitschrift kurz: Spr.i.t.Z. (mit oder ohne Abkürzungspunkte). Aber die Beschäftigung mit Sprache im technischen Zeitalter, so sperrig der Titel in seiner Langform auch klingt, ist heute so notwendig wie 1961, als Walter Höllerer ihn erfand: In unserer von Technik bestimmten Gegenwart prägen die Informations- und Kommunikationsmedien alle Bereiche des Lebens immer stärker, werden immer wichtiger, unvermeidbar. Aneignung von Wirklichkeit ist Aneignung von Sprache. Die Zeitschrift Sprache im technischen Zeitalter kann ihrem Anspruch daher - auch in der Literatur - nur genügen, wenn sie empfindlich auf die Sprach- und Wirklichkeitsprobleme reagiert. Dabei bleiben die aktuelle Literatur, ob deutschsprachig oder international, und ihre Diskussion in der Literaturwissenschaft weiterhin der wesentliche Bestandteil eines jeden Heftes der Zeitschrift, deren Redaktion beim Literarischen Colloquium Berlin »mitten im Nervenzentrum der deutschsprachigen Literatur« angesiedelt ist (Basler Zeitung).


Mehr über die Geschichte von Sprache im technischen Zeitalter erfahren Sie in der Ansprache, die Jochen Kalka 2006 zur Verleihung des Calwer Hermann-Hesse-Preis an unsere Zeitschrift hielt: Lobrede auf eine Zeitschrift. Und in Helmut Böttigers Würdigung zum 40. Geburtstag von Spritz.

Auch über Walter Höllerer können Sie auf diesen Internetseiten mehr lesen – in einem lyrischen Nachruf von Günter Grass und einem essayistischen von Norbert Miller.